Servicefall 1/2

Scheibenverrußung und Rauchentwicklung

Im Rahmen unseres Kundenservices stellen wir regelmäßig sicher, dass alle Geräte langfristig optimal funktionieren und mögliche Probleme schnell und fachgerecht behoben werden. Ein aktueller Einsatz an einem Kamineinsatz Ekko L 67 verdeutlicht anschaulich, wie unser erfahrener Servicemonteur Rafal Fierkowicz dabei Schritt für Schritt vorgeht.

Kundenmeldung

Der Endkunde meldete eine deutliche und wiederkehrende Scheibenverrußung, die vor allem auf der linken Seite des Geräts auftrat. Zusätzlich berichtete er von einer spürbaren Rauch- und Geruchsbelästigung, die sich insbesondere während der Anheizphase bemerkbar machte. 

Erste Analyse

Nach einer genauen Beschreibung des Problems durch den Kunden stellten wir gezielte Fragen, um mögliche Fehler quellen einzugrenzen und das weitere Vorgehen zu planen. Ziel war es, sowohl Montagefehler als auch nutzungsbedingte Ursachen frühzeitig ausschließen zu können.

Vorgehensweise vor Ort

1. Sichtprüfung der Lüftungskanäle

Zunächst kontrollierten wir, ob alle Lüftungskanäle frei und ohne Auffälligkeiten waren. Eine mögliche Ursache – wie vom Kunden vermutet – konnte hier ausgeschlossen werden.

 

2. Dichtigkeitsprüfung des Geräts

Mithilfe eines Rauchstiftes testeten wir die Dichtigkeit. Da bei stellten wir fest, dass an einer Stelle die Dichtung nicht korrekt am Gerätekorpus anlag. Durch die Verstellung der Laufschiene wurde dies direkt behoben.

 

 

 

3. Kontrolle des Abgasrohres

Mit einer Inspektionskamera prüften wir das Abgasrohr auf Beschädigungen, Fremdkörper (zum Beispiel Vogelnester), übermäßige Rußablagerungen sowie auf korrekten Anschluss. Das Rohr war frei und in einwandfreiem Zustand.

4. Gemeinsame Befeuerung und Messung

Nachdem alle vorangegangenen Prüfungen keine weiteren Mängel ergeben hatten, stand als letzter Schritt die gemeinsame Befeuerung der Anlage an. Dabei maßen wir zusätzlich den Schornsteinunterdruck und die Abgastemperatur, um deren Aufbaugeschwindigkeit zu beurteilen. Überraschend zeigte sich jedoch ein ungewöhnlich geringer Unterdruck, der in Relation zur mehr als zehn Meter wirksamen Schornsteinhöhe nicht plausibel erschien. Eine erneute Prüfung des Schornsteins brachte schließlich die Erklärung: Die Verbrennungsluftleitung mündete in das Treppenhaus. Dort sorgte ein geöffnetes Fenster im Dachgeschoss für einen unvorhergesehenen Gegendruck, der die Zugverhältnisse im Schornstein massiv beeinflusste. Um diesen Verdacht zu bestätigen, wurde die Verbrennungsluftleitung testweise getrennt – und sofort stellte sich ein stabiler und optimaler Unterdruck ein.

Ergebnis

Im Rahmen des Einsatzes konnten gleich zwei Ursachen für die Probleme am Gerät identifiziert werden. Zum einen lag an einer Stelle die Türdichtung nicht korrekt am Korpus an, was zu einem unkontrollierten Lufteintritt führte. Dieser Mangel wurde direkt vor Ort durch eine Verstellung der Laufschiene behoben. Zum anderen zeigte die Unterdruckmessung ein auffällig schwaches Ergebnis, das in Relation zur Schornsteinhöhe nicht plausibel erschien. Die weitere Untersuchung ergab schließlich, dass die Verbrennungsluftleitung in das Treppenhaus mündete. Ein geöffnetes Fenster im Dachgeschoss erzeugte dort einen erheblichen Gegendruck, der die Zugverhältnisse stark beeinflusste. Nach der provisorischen Trennung der Leitung stellte sich sofort ein stabiler Unterdruck ein, und das Gerät arbeitete wie vorgesehen. Durch die Kombination aus handwerklicher Korrektur am Gerät und präziser Analyse der Umgebungsbedingungen konnte der Fall vollständig aufgeklärt werden. Dem Kunden wurden zudem Hinweise für eine dauerhafte bauliche Lösung der Verbrennungsluftführung gegeben, um einen sicheren und störungsfreien Betrieb auch langfristig zu gewährleisten.

„Service mit Herz.“

„Gerade bei solchen Fällen ist es wichtig, alle möglichen Ursachen systematisch auszuschließen. Am Ende zeigt sich oft, dass schon kleine Korrekturen eine große Wirkung haben können“, erklärt Servicemonteur Rafal Fierkowicz. Mit seinen 15 Jahren Erfahrung im Service und im Prüflabor von Camina & Schmid hat er bereits unzählige Anlagen inspiziert und getestet. Auch im Labor geht er regelmäßig unterschiedlichen Szenarien und möglichen Komplikationen auf den Grund. Ein Wissen, das sich im Kundendienst immer wieder auszahlt.

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